Viel Luft und Licht bieten sie alle. Und wenn es um Nachhaltigkeit geht, gibt es Bestnoten für diese Bildungsgebäude. Es ist Architektur, die Schule macht.
Moderne Bildungsgebäude sind hell, freundlich und inspirierend. Sie schaffen Platz für Ideen und sind offene Kommunikationsräume. Zusätzlich sorgen innovative Technologien, nachhaltige Materialien und ein effizienter Betrieb für einen möglichst langen Lebenszyklus der Bauwerke.
5. Bildungscampus BerresgasseWien, Österreich
Alles aus einer Hand: Der Bildungscampus Berresgasse im Wiener Stadtteil Hirschstetten wurde von der Stadt Wien als Public-Private-Partnership-Modell geplant und zwischen 2017 und 2019 umgesetzt. Die PORR zeichnete mit der pde und der PORR Bau GmbH für Finanzierung, Planung und Errichtung des Projekts verantwortlich. Alle eingesetzten Produkte mussten langlebig, pflegeleicht und strapazierfähig sein. Deshalb wurden in sogenannten Bemusterungsterminen sämtliche Leitprodukte hinterfragt, auf ihre Eignung geprüft und bei Bedarf durch Alternativprodukte ersetzt. Der Campus bietet nun Kindern bis vierzehn Jahren eine ganzheitliche, integrative Bildungseinrichtung mit Kleinkindergruppen, Kindergarten und Schulen. Außerdem gibt es eine Dreifachturnhalle, einen Bandproberaum und Outdoor-Spiel- und Sportanlagen.
Noch nicht fertiggestellt, aber höchst innovativ wird übrigens auch die Zentralberufsschule Aspern. Die Ausführung mit CO2-reduziertem Zement, der Datenaustausch mit dem Digitalen Gebäudezwilling im Betrieb sowie der Einsatz KI-basierender Gebäudetechniksteuerungen machen den Neubau für das Konsortium aus PORR und Apleona zu einem spannenden Großprojekt am Bildungssektor. Die Fertigstellung ist für 2028 geplant. Wer schon jetzt hinter den Bauzaun schauen will: Ende 2025 haben wir die Baustelle in eine Bühne für einen Tänzer verwandelt. Den Artikel und das Video dazu gibt es hier.
4. École DucasseParis, Frankreich
Im Randbezirk Meudon-la-Fôret, 10 km südwestlich von Paris, befindet sich seit 2020 ein neues Ausbildungszentrum für Gastronomie: die École Ducasse. Auf 5.000 m2 Grundfläche gibt es durchdacht geplante Küchen, Werkstätten, Klassenräume und ein öffentlich zugängliches Restaurant. Im Inneren ist das Gebäude in vier Einheiten unterteilt. Sie repräsentieren die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft und vereinigen sich rund um ein fünftes Element: die Leere, als zentraler Raum. Ein massives, dunkles Betonfundament soll Beständigkeit und Stabilität ausstrahlen. Das Obergeschoss ist mit einer skulptierten Metallhaut verkleidet, die von großzügigen, geschwungenen Glasfassaden unterbrochen wird. Entworfen wurde das Gebäude von Arte Charpentier Architectes.
3. Bloomingdale International SchoolVijayawada, Indien
Die Bloomingdale International School in Vijayawada ist die einzige internationale Schule im Bundesstaat Andhra Pradesh, Indien. Das Erweiterungsgebäude der Vorschule von AndBlack Design Studio soll die gebaute Form, Landschaft und Innenräume zu einem einzigen Element zusammenführen. Eine unkonventionelle räumliche Organisation, moderne Technologien und robuste, nachhaltige Materialien prägen den Neubau. Anstelle von kleinen, rechteckigen, dunklen Klassenräumen haben die Architekten fließende, miteinander verbundene Räume geplant, die freie Bewegung und Interaktion fördern. Anstatt auf den typisch bunten Farbeinsatz für Vorschulkinder zu setzen, legt das Design den Schwerpunkt auf die Form, die durch die Architektur des Gebäudes Verspieltheit vermitteln soll. Das wellenförmige, begrünte Dach mit Glaseinsätzen und große Glasflächen in der Fassade lassen Draußen und Drinnen verschmelzen. Das Gebäude wurde 2024 fertiggestellt, die begrünten Dächer machen die Schule bereits zu einem Wahrzeichen der Gegend.
2. Herta Mohr Building Leiden, Niederlande
Die Renovierung und Erweiterung des ehemaligen Cluster-Zuid-Gebäudes der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Leiden, Niederlande, wurde 2024 abgeschlossen und als Herta Mohr Gebäude wiedereröffnet. Seitdem bietet es auf einer Gesamtfläche von 11.400 m² mehr als 700 Unterrichtsräume, zwei große Hörsäle und großzügige Gemeinschaftsflächen. Das Architekturbüro De Zwarte Hond hat mehrere Einzelgebäude mit ursprünglich dunklen, engen Räumen zu einem modernen, lichtdurchfluteten Bildungsgebäude zusammengeführt. Im Neubau des Obergeschosses wurden Fassadenelemente und Bauteile vom Abriss - wie die auffälligen Betonsäulen - wiederverwendet. Auch die alten Deckenpaneele aus Sequoia-Redwood fanden als Wandverkleidung im Atrium zu neuem Glanz. So konnte der denkmalgeschützte Bestand aus den 1970er Jahren im Untergeschoss erhalten und zahlreiche Elemente des alten Obergeschosses optimal in den neuen Aufbau integriert werden. Isolierung, Solarpaneele und das Wärme-/Kältespeichersystem entsprechen dem neuesten Stand der Technik. Die BREEAM Excellent-Zertifizierung unterstreicht, dass moderne Technologien, Nachhaltigkeit und Denkmalschutz bestens zusammenspielen können – ein top Bildungsgebäude ganz im Sinne von intelligenter Flächennutzung und Kreislaufwirtschaft.
1. Langeveld BuildingRotterdam, Niederlande
Das Langeveld Gebäude am Campus der Erasmus-Universität Rotterdam ist mit seiner Punktzahl von 91, 5 % im BREEAM-Zertifikat ein Vorzeigeprojekt im modernen Bildungsbau. Fertiggestellt wurde es 2023. Mit viel Licht, großzügigen Grünflächen und flexiblen Nutzungsmöglichkeiten ist es Rückzugsort, Lernoase und Kommunikationsraum. Das Team von Paul de Ruiter Architects orientierte sich bei der Planung an zirkulären Prinzipien und biophilem Design. So bestehen viele Bauteile aus recycelten, biobasierten und wiederverwendeten Materialien aus Abrissprojekten der Universität. Auf der Grundfläche von 8.748 m² sorgt viel Grün für ein angenehmes Klima. Innenstehende Kübel, deren Bepflanzung nach Außen wachsen kann, locken nicht nur heimische Insekten an, sogar Vögel bauen ihre Nistplätze zwischen den Blättern. Die Begrünung kommt auch dem innovativen Belüftungssystem Powered by Nature zugute: Nach dem Vorbild von Termitenhügeln werden die Räume mit der Kraft von Sonne und Wind auf natürliche Weise belüftet. Dieses System reduziert nach Angaben des Architekturbüros den Energieverbrauch für die Klimatisierung um satte 85 %. Insgesamt ist der Neubau ein top Bildungsbau, der das Attribut Vorreiter verdient – ganz wie sein Namensgeber: Frau Prof. Henny Langeveld (1926–2004), die erste Professorin an der Erasmus-Universität Rotterdam.














