Klare Formen, weiche Linien und der Einsatz von industriellem Stahl und Glas prĂ€gen die GebĂ€ude der Bauhausbewegung. Und das sind die fĂŒnf interessantesten GebĂ€ude.
Walter Gropius hat Bauhaus als Design- und Architekturschule 1919 gegrĂŒndet. Sein wichtigster Leitsatz: âForm folgt Funktion.â Das bedeutet: Bauhaus entwirft Ă€sthetisch, funktional und fĂŒr die Massenproduktion. Klare Formen, weiche Linien und der Einsatz von industriellem Stahl und Glas prĂ€gen die GebĂ€ude der Bauhausbewegung. Mit ihr begann eine moderne Ăsthetik, die Design und Architektur bis heute inspiriert.
5. BauhausDessau
In der Gropiusallee 38 in Dessau befindet sich das wohl berĂŒhmteste BauhausgebĂ€ude: die Bauhausschule. Walter Gropius hat sie nach dem Umzug von Weimar nach Dessau entworfen und 1926 eröffnet. Entstanden ist ein Bau mit revolutionĂ€rem Einsatz neuer Materialien. Die Werkstatt hat eine imposante Stahl-Glas-Fassade. Und auch die Innenausstattung - mit Möbeln aus Stahlrohren von Marcel Breuer - setze neue MaĂstĂ€be. Mögliche Kooperationen mit der Industrie waren im Design mitgedacht. Heute ist die Bauhausschule in Dessau fĂŒr Besichtigungen geöffnet. Im ehemaligen Atelierhaus können Besucherinnen und Besucher in den RĂ€umen damaliger Studierender ĂŒbernachten. FĂŒr unser modernes DesignverstĂ€ndnis, die jĂŒngere Architekturgeschichte und den industriellen Konsum von GĂŒtern - wie Möbel, Lampen oder KĂŒchen - war und ist Bauhaus eine international prĂ€gende Designlehre, die im GebĂ€ude in Dessau erstmals ihr volles Potenzial entfalten konnte.
4. MeisterhÀuserDessau
Unweit der Bauhausschule befinden sich die sogenannten MeisterhĂ€user. Sie dienten den Meistern des Bauhauses als WohnhĂ€user. Die GebĂ€ude waren gleichzeitig Anschauungs- und Versuchsobjekte. Auch hier stand der Leitsatz âForm folgt Funktionâ im Zentrum der Planungen. Erstmals wurden RĂ€ume wie KĂŒche und Bad nach ihrer Funktion und nach hygienischen Aspekten angeordnet und eingerichtet. Die Ausstattung mit warmem Wasser, Heizung und modernen KĂŒchengerĂ€ten war zur Zeit ihrer Entstehung 1925/26 alles andere als selbstverstĂ€ndlich. FĂŒr Gropius waren die drei baugleichen DoppelhĂ€user und ein Einzelhaus so etwas wir Versuchslabore fĂŒr modulares, vorgefertigtes Bauen. In den HĂ€usern lebten BerĂŒhmtheiten wie Wassily Kandinsky oder Paul Klee, spĂ€ter auch Ludwig Mies van der Rohe. Noch heute ist die farbliche Innenraumgestaltung von Kandinsky und Klee mit ihrer unverwechselbaren kĂŒnstlerischen Handschrift zu besichtigen.
3. LieblinghausTel Aviv
Mit der MachtĂŒbernahme der Nationalsozialisten in Deutschland mussten zahlreiche jĂŒdische Architekten flĂŒchten. Viele lieĂen sich im damals britischen Mandatsgebiet in PalĂ€stina, heute Israel, nieder. Mit ihnen kam auch der Bauhausstil in die Region. In Tel Aviv, in der WeiĂen Stadt, stehen immer noch mehr als tausend GebĂ€ude der Bauhaus-Architektur. Eines davon lieĂ die Familie Liebling 1936 im Rechov Idelson 29 von Architekt Dov Karmi bauen. Das Lieblinghaus dient heute als Museum und Archiv der Bauhaus-Architektur und ist aufgrund seines guten Zustands ein Musterbeispiel inmitten der WeiĂen Stadt.
2. WeiĂenhofsiedlungStuttgart
Die WeiĂenhofsiedlung in Stuttgart ist 1927 im Rahmen der Ausstellung Die Wohnung in nur sechs Monaten unter der kĂŒnstlerischen Leitung von Mies van der Rohe entstanden. 17 Architekten entwarfen eine Mustersiedlung mit 21 HĂ€usern, die insgesamt 63 Wohnungen enthielten, eingerichtet von 55 internationalen Innenarchitektinnen und -architekten. Das Projekt bot ein noch nie dagewesenes Experimentierfeld fĂŒr modernes Wohnen und Bauen. Das Doppelhaus von Le Corbusier und Pierre Jeanneret ist seit 2016 Weltkulturerbe, seitdem befindet sich darin das WeiĂenhofmuseum. Die beiden EinfamilienhĂ€user, die Walter Gropius entworfen hatte, fielen den Bomben im Zweiten Weltkrieg zum Opfer. Heute sind noch zehn der 21 GebĂ€ude erhalten. Die WeiĂenhofsiedlung mit ihren experimentellen WohnhĂ€usern - viele im Bauhausstil - gilt als Aufbruch der Architekturmoderne und ist spannender Zeitzeuge der Bauhausbewegung.
1. Gropius HouseMassachusetts
Das Haus in der Baker Bridge Road 68 in Lincoln, Massachusetts, USA, war nach seiner Flucht aus Deutschland von 1938 bis zu seinem Tod 1969 das Zuhause von Bauhaus-GrĂŒnder Walter Gropius. Er hatte es ganz nach seinen Vorstellungen geplant. Dabei war ihm die âVerschmelzung des regionalen Geistes mit einem zeitgenössischen Designansatzâ besonders wichtig. Nach eigenen Aussagen hĂ€tte Gropius aufgrund der Anpassung an die geografischen und klimatischen Voraussetzungen vor Ort so ein Haus in Europa âniemals gebautâ. TatsĂ€chlich findet man darin traditionelle Materialien wie Ziegel und Holz, die moderne Handschrift der Bauhaus KoryphĂ€e ist trotzdem deutlich sichtbar. Die private Nutzung vom Meister des Bauhauses höchstpersönlich macht dieses GebĂ€ude fĂŒr viele zum interessantesten aller Bauhaus-Projekte.