Kommentar Video Best of

Top 5: Skulpturale Architektur

02.06.2026 / Österreich / Karin Bornett
verbogen aussehende Fassade eines Gebäudes
BEST OF
Übersicht

Sie sind außergewöhnlich, einzigartig und extravagant. Man könnte fast meinen, bei skulpturalen Gebäuden geht es nur darum, aufzufallen. Aber unsere Top 5 haben mehr zu bieten. Und die moderne Architektur geprägt. 

5. Royal Ontario Museum
von Daniel Libeskind

Der Architekt Daniel Libeskind ist für seine Bauwerke weltberühmt. Das Royal Ontario Museum, kurz ROM, in Toronto, Kanada, ist beispielhaft für sein Werk. Es verbindet Altes und Neues mit einem Erweiterungsbau, der klare Kante zeigt. Das historische Gebäude wurde 1914 fertiggestellt und strahlt seitdem Beständigkeit im monumentalen Stil aus. Mit der modernen Fassade des Anbaus schafft Libeskind einen neuen Blick auf den Bestand. In Fachkreisen wird Libeskind dem Dekonstruktivismus zugeordnet, er selbst möchte allerdings laut Medienberichten nicht in eine Schublade gesteckt werden. Seit 2007 ist das ROM mit seinem Kristall - im Original The Crystal genannt - für die Öffentlichkeit erkundbar.

4. Opernhaus Guangzhou
von Zaha Hadid

Auch Zaha Hadid hat mit ihren Gebäuden die moderne Architekturgeschichte maßgeblich beeinflusst. Ihre Bauwerke sind bekannt für ihren skulpturalen Charakter – geprägt von weichen Kanten und organischen Formen. Dazu gehören beispielsweise das Opernhaus Guangzhou oder die Bibliothek der WU Wien als Herzstück des Campus. 2010 wurde das Opernhaus fertiggestellt. Damit ist es eines der jüngeren Projekte von Zaha Hadid, die 2016 verstorben ist. Weitere berühmte skulpturale Bauwerke von Hadid sind beispielsweise die Wohnbau-Anlage Zaha-Hadid-Haus am Wiener Donaukanalufer, der Innovation Tower der Hong Kong Polytechnic University oder das Großprojekt Beijing New International Airport, gemeinsam mit ADP Ingénierie.

3. Lou Ruvo Center for Brain Health
von Frank Gehry

Das Lou Ruvo Center for Brain Health in Las Vegas ist eines von vielen Projekten, die den Architekten Frank Gehry berühmt gemacht haben. Sein Tanzendes Haus in Prag und das Guggenheim-Museum in Bilbao, Spanien, zählen zu seinem umfassenden Werk. Das Lou Ruvo Center for Brain Health gehört mit der Eröffnung im Jahr 2010 zu Gehrys neueren Bauten – im klassischen Gehry-Stil mit schiefen Fassaden und kurvigen Linien. Der Architekt wurde 1929 in Toronto geboren und verstarb 2025 in seiner Wahlheimat Santa Monica, USA. Mit seinen Projekten war Gehry seit den 1970er Jahren wegweisend für die moderne Architektur – abseits gerader Kanten und Formen.

2. Paneum
von Coop Himmelb(l)au

Das Paneum vom Architekturbüro Coop Himmelb(l)au dient als Besucherzentrum und Museum rund um das Brot. In der Form eines Teiglings sticht die glänzende Fassade sofort ins Auge. Das Zentrum der Wunderkammer des Brotes im österreichischen Asten bei Linz besteht aus einem runden Atrium und Ausstellungsflächen von insgesamt knapp 1.000 m2. Darin können Besucher*innen von einer großen Wendeltreppe aus die Objekte aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Die selbsttragende Struktur des Gebäudes besteht aus gebogenen, geschichteten Segmenten aus kreuzlaminiertem Holz. Das hohe Maß an Vorfertigung mittels 3D-CNC-Technologie - Kurzform für Computerized Numerical Control - ermöglichte laut Architektenteam die schnelle Errichtung innerhalb eines Jahres. Seit 2017 kann die Welt des Brotes in dem außergewöhnlichen Museum erkundet werden.

1. Metropol Parasol
von Jürgen Mayer H.

Für seinen Metropol Parasol in Sevilla bekam der deutsche Architekt Jürgen Mayer H. 2012 den Red Dot Design Award in der Kategorie Best of the best. Anstelle einer ehemaligen Markthalle hat Mayer eine beständige Hybridkonstruktion aus Holz, Beton und Stahl gebaut. Sie bietet nicht nur Sonnenschutz für Passant*innen, sondern auch Platz für Gastronomie und Handel. Die Errichtung verlief nicht ganz ohne Komplikationen und dauerte von 2004 bis 2011. Mit einer Länge von 150 m, 70 m Breite und einer Höhe von 26 m ist die Konstruktion in Sevillas Altstadt heute ein bekannter Hotspot für Anrainer*innen und Tourist*innen. Von den Einheimischen als Pilze bezeichnet, wird das organisch anmutende Projekt auch als „Signature Building einer zeitgenössischen skulpturalen Architektur“ gefeiert.

Haben Sie Fragen

* Pflichtfelder
WORLD OF PORR Das Magazin der Baubranche.