INFRASTRUKTUR
Szymon ist Vizepolier bei der PORR. In Wien hat der gebürtige Pole die Ausbildung am Bautechnikum mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen. Obwohl Deutsch nicht seine Muttersprache ist. Hier erzählt er, wie er das geschafft hat, was ihn motiviert und wie er mit seinem Team die Herausforderungen beim Projekt S10 Mühlviertler Schnellstraße meistert.

Du hast einen beeindruckenden Karriereweg hinter dir, wie hat alles begonnen?
2013 war ich über eine Leasingfirma auf ÖBB-Baustellen für die PORR im Einsatz. Ein Jahr später war ich schon ein echter PORRianer, Facharbeiter beim PORR Bahnbau. Mit der Zeit kamen neue Aufgaben dazu. 2020 übernahm ich als Vorarbeiter meine erste eigene Partie.
Was hat sich verändert, seit du deine eigene Partie geführt hast?
Als Vorarbeiter hat man deutlich mehr Verantwortung. Es geht nicht mehr nur um die eigene Arbeit, es geht um das Team und den Baustellenablauf. Ich leitete Teams, organisierte und koordi nierte Prozesse. Das hat mir viel Freude gemacht. Nach drei Jahren war für mich klar, ich möchte den nächs ten Schritt machen und mich fachlich weiter entwickeln.
Du hast berufsbegleitend die Polierausbildung gemacht, welche Rolle spielte dabei die Unterstützung durch die PORR?
Eine sehr große. Die Möglichkeit, Beruf und Weiterbildung zu verbinden, ist nicht selbstverständlich. Die Unterstützung und Motivation meiner Vorgesetzten war wichtig, dafür bin ich sehr dankbar. 2023 startete ich die Ausbildung zum Polier am Camillo Sitte Bautechnikum in Wien, sie dauerte drei Jahre. Ich wusste, dass das eine große Herausforderung werden würde. Aber ich hatte immer mein Ziel vor Augen: Wenn ich dranbleibe, kann ich alles erreichen. Seit 2025 bin ich Vizepolier, 2026 schloss ich die Polierausbildung ab. Das war – bis jetzt – meine größte Herausforderung und einer meiner größten Erfolge.
Besonders bemerkenswert ist, dass du das geschafft hast, obwohl Deutsch nicht deine Muttersprache ist.
Ich komme aus Schlesien. Dort wurde vor einigen Generationen noch Deutsch gesprochen, ich lernte es in der Volks schule. Sprachkenntnisse erarbeitete ich mir selbst erst bei meiner Arbeit für die Leasingfirma und dann bei der PORR. Die Fachbegriffe und Unterrichtsinhalte am Bautechnikum forderten mich dann aber doch sehr. Umso mehr freue ich mich, dass ich die Ausbildung mit aus gezeichnetem Erfolg absolvieren konnte. Und auf meine berufliche Weiterentwicklung bei der PORR – vom Leasingmitarbeiter über den Facharbeiter und Vorarbeiter bis zum Vizepolier. Jede Station brachte mich weiter.

Woran arbeitest du aktuell?
Bei der S10. Seit 2024 realisieren wir in einer ARGE den Beton-, Erd- und Asphaltbau des rund 5 km langen Abschnitts Nord zwischen Freistadt Nord und Rainbach Nord. Ich bin beim Team Betonbau unseres Hauptpoliers Helmut, der mich über viele Jahre begleitet und gefördert hat. Im Bereich Betonbau entstehen fünf Überführungen, eine Unterflur trasse, acht Brückenobjekte und acht Durchlässe. Insgesamt verbauen wir rund 48.000 m³ konstruktiven Beton und 5.300 t Bewehrungsstahl. Unser Team verantwortet mehrere Objekte rund um die Halbanschlussstelle Rainbach West, die großteils miteinander verbunden sind. Dazu gehören die Unterführung der Auffahrtsrampe 4 Richtung Linz, die Betriebsstation für die Einhausung Rainbach, die rund 250 m lange Einhausung und die Unterführung.

Was sind die größten Herausforderungen?
Gerade weil viele Bauwerke ineinandergreifen, müssen wir alle Arbeitsschritte präzise abstimmen. Dazu kommen der enge Zeitplan, die tech nischen Abhängigkeiten innerhalb der Betonbauteile und die Schnittstellen mit den parallel verlaufenden Gewerken wie Einbauten- und Verkehrsumlegung, Betonarbeiten und Abdichtungs arbeiten. Entscheidend sind deshalb eine vor ausschauende Planung und eine gute Kommunikation mit allen Beteiligten. Wir stimmen uns laufend mit anderen Gewerken und unserem ARGE-Partner ab. Das machen wir auf kürzestem Weg, beispielsweise besprechen die Poliere vom Erd- und Betonbau die nächsten Schritte direkt miteinander. Und es gibt regelmäßige Wochenprogrammbesprechungen in größerer Runde. So können wir Termine und Qualität sicherstellen.
Welche Ziele hast du für die Zukunft?
Ich möchte weiterhin dazulernen. Die Baubranche verändert sich ständig. Neue Technologien, neue Anforderungen und neue Herausforderungen gehören dazu. Genau das macht meinen Beruf so spannend und motiviert mich.