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Top 5: Futuristische Bauutopien

09.09.2026 / Österreich / Karin Bornett
Raum mit großen Fenster, unter Wasser, Wale
BEST OF
Übersicht

Sie ragen Hunderte Meter in die Höhe und tief hinab in die Erde oder sogar in den Ozean - futuristische Bauwerke loten gegenwÀrtige Konzepte und Möglichkeiten aus. In absehbarer Zukunft werden unsere Top 5 noch Utopien bleiben. Die Probleme, die sie vielleicht irgendwann einmal lösen werden, sind aber schon jetzt aktuell.

5. Airscraper

Den Airscraper haben Klaudia GoƂaszewska und Marek Grodzicki aus Polen entworfen. Dabei handelt es sich um einen 800 m hohen Turm, der nicht nur Infrastruktur und GrĂŒnflĂ€chen fĂŒr seine Bewohnerinnen und Bewohner bieten, sondern mit einem riesigen Kaminschlot auch noch die Luft reinigen soll. Der modulare Aufbau besteht aus einem ĂŒberdimensionalen Lufteinlass in den unteren Geschossen und Wohn- und ErholungsrĂ€umen fĂŒr bis zu 7.500 Personen in den oberen Etagen. Die Module sind rund um den Schlot mit seinem Durchmesser von 30 m angeordnet. Im Kamin befinden sich Filter, die die Umgebungsluft reinigen und so das Mikroklima verbessern. Eine visionĂ€re Antwort auf Treibhausgas-Emissionen, die - in kleinerem Rahmen - nicht ganz utopisch scheint. 2019 hat der Airscraper bei der eVolo Skyscraper Competition, die besonders visionĂ€re ArchitekturentwĂŒrfe auszeichnet, einen Preis erhalten.

4. Earthscrapers

Das Konzept von sogenannten Earthscrapern ist nicht neu. Erste PlĂ€ne gab es schon in den 1930ern. Dabei handelt es sich quasi um einen umgedrehten Wolkenkratzer. Statt in die Höhe wird er in die Tiefe gebaut. UrsprĂŒnglich sollte man dort vor Erdbeben in Sicherheit sein. Heute sind vor allem konstantere Temperaturen im Boden und der Schutz vor Wetterkapriolen wie Sturm oder Starkregen gute Argumente fĂŒr dieses Konzept. Dass das zumindest zum Teil realistisch sein kann, beweist das Shimao Quarry Hotel in China, das in eine tiefe Schlucht eines verlassenen Steinbruchs gebaut wurde. Von 18 Stockwerken liegen 16 unterhalb der Kante des Steinbruchs. Anders als die utopischen EntwĂŒrfe gleicht das Hotel allerdings eher einer riesigen Höhle mit Glasfassade. Der derzeit bekannteste unter den utopischen Earthscrapern stammt von BNKR Arquitectura. Der Entwurf sieht eine 300 m große, umgekehrte Pyramide im Herzen von Mexiko City vor.

3. Oceanscrapers

Sie sind eine Antwort auf ĂŒberbevölkerte StĂ€dte und Landverluste wegen steigender Meeresspiegel, die sogenannten Oceanscrapers. Anders als bereits realisierte Kleinprojekte wie Unterwasserhotels und -restaurants sind Oceanscrapers autarke Wohn- und LebensrĂ€ume, die offshore gebaut werden können –  schwimmend oder verankert am Meeresgrund. Gemeinsam haben alle Oceanscrapers eines: sie sind eine Utopie. Noch.

2. ITA.CA

Das Projekt ITA.CA wurde im italienischen Pavillon auf der 19. Internationalen Architekturausstellung – La Biennale di Venezia 2025 prĂ€sentiert. Es entwickelt Visionen fĂŒr die Planung und den Bau von Infrastrukturen im marinem Raum. Das Konzept beinhaltet innovative Lösungen zum Schutz von KĂŒsten und zur Förderung der BiodiversitĂ€t dank modularer und biomimetischer Strukturen. Zwar ist ITA.CA reine Utopie, es soll aber als „visueller und narrativer Prototyp“ fĂŒr konkrete Initiativen seitens Architektur und Forschung dienen. ITA.CA stammt vom BĂŒro Studio 3Mark, gegrĂŒndet von Architektin Manuela Rosso und Architekt Michele Cassino.

1. Paris 2050 von Vincent Callebeau

Architekt Vincent Callebeau hat sich mit utopischen EntwĂŒrfen einen Namen gemacht. Im Rahmen des Projekts 2050 PARIS SMART CITY hat sein ArchitekturbĂŒro acht Prototypen von Plusenergie-HochhĂ€usern entworfen, die dem PhĂ€nomen der stĂ€dtischen WĂ€rmeinseln entgegenwirken und gleichzeitig die Stadtdichte langfristig erhöhen. Die Vision vom Paris der Zukunft beinhaltet solare, hydrodynamische und begrĂŒnte TĂŒrme, organische Fassaden mit GrĂŒnalgen, lichtempfindliche TĂŒrme, vertikale Farmen und von LibellenflĂŒgeln inspirierte Photovoltaik- und Solarthermieanlagen. Organische Formen und eine ĂŒppige Bepflanzung sollen Natur in die Metropole bringen. Die Studie wurde 2014 im Auftrag der Stadt Paris vom ArchitekturbĂŒro Vincent Callebaut Architectures in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren von Setec BĂątiment durchgefĂŒhrt. Obwohl die gemischt genutzten HochhĂ€user detailreich und fĂŒr explizite Pariser Lagen entworfen wurden, sind sie bis heute Bauutopien geblieben.  

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