Es gibt Bauwerke, die gibt es gar nicht. Zumindest könnte man das glauben. Ob schief, eingequetscht oder verkehrt â eines haben die GebĂ€ude unserer Top 5 gemein: Sie sind real. Na ja, fast.
5. Krzywy Domek, Polen
Können GebĂ€ude miteinander kuscheln? Das Krzywy Domek in der polnischen Stadt Sopot kann. Zumindest schaut es so aus. Das krumme HĂ€uschen, wie es ĂŒbersetzt heiĂt, verfĂŒgt ĂŒber keine rechten Winkel. Vielmehr scheint es sich wie auf einer Welle zu bewegen, zusammenzuziehen und wieder auszudehnen. Die Architekten SzotyĆscy & Zaleski lieĂen sich beim Design gleich von mehreren unterschiedlichen kreativen Köpfen inspirieren. Darunter Architektur-KoryphĂ€e Antoni GaudĂ, dem schwedischen Maler Per Dahlberg und den mĂ€rchenhaft-anmutenden Illustrationen von Jan Marcin Szancer. Das kuschelige GebĂ€ude zĂ€hlt heute zu den meistfotografierten SehenswĂŒrdigkeiten Polens.
4. Upside Down House, Szymbark
Wenn die Welt Kopf steht, dann ist in diesem Haus alles gut: Auch in Polen, genauer gesagt in Szymbark, baute der Architekt und KĂŒnstler Daniel Czapiewski dieses GebĂ€ude nach umgekehrten Regeln. Als Eingang dient ein Dachfenster, im Inneren geht man an der Zimmerdecke spazieren. Allerdings ist die auch nicht gerade. Denn das GebĂ€ude steht nicht nur auf dem Dach, es ist auch noch schrĂ€g. WĂ€hrend das Bauwerk Touristinnen und Touristen zum Staunen bringt, ist die darunter liegende Botschaft eine politische: Czapiewski wollte damit veranschaulichen, wie sehr die kommunistische Herrschaft in Polen das Leben durcheinandergewirbelt hat. Aber auch generell die AbsurditĂ€t der Welt thematisieren.
3. Capital Gate, Abu Dhabi
Der Turm von Pisa ist schon schrĂ€g. Aber noch schrĂ€ger ist das Capital Gate Hochhaus in Abu Dhabi. Ganze 18 ° neigt sich der 160 m hohe Turm aus der Achse und erreicht einen maximalen Ăberhang von 80 m. Ein Weltrekord. Möglich wird diese unglaubliche Konstruktion durch einen gekrĂŒmmten, vorgespannten inneren Kern. Und 490 verstĂ€rkten StahlsĂ€ulen, die netzförmig tief im Boden verankert sind. So hat man ein stabiles Fundament fĂŒr dieses Meisterwerk der Baukunst geschaffen.
2. Suspended House, Kalifornien
Zu schön, um wahr zu sein, aber trotzdem auf dem zweiten Platz ist das Suspended House. Das Projekt des iranischen Architekten Milad Eshtiyaghi ist fĂŒr ein Paar gedacht. Und fĂŒr eine Felsklippe im kalifornischen Mendocino. Darin wĂ€re ein massiver Mast verankert. Mit fĂŒnf Stahlseilen wĂ€re das Haus daran gesichert. So wĂŒrde es nicht nur der Schwerkraft, sondern auch den Meereswinden trotzen. Eshtiyaghi orientierte sich also an Techniken des BrĂŒckenbaus, um das GebĂ€ude so frei wie möglich ĂŒber dem Ozean schweben zu lassen. Jetzt muss sich nur noch ein Paar finden, das stakre Nerven, keine Höhenangst und das nötige Kleingeld hat. Dann kann auch dieses kuriose GebĂ€ude realisiert werden.
1. Goose Creek Tower, Alaska
Ziemlich schrĂ€g, aber im Sinne von ungewöhnlich, ist das Haus eines Anwalts in Palmer, Alaska. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet er an der Konstruktion, die wirkt, als wĂ€re sie einem Kinderbuch entsprungen. Man nennt das GebĂ€ude deshalb auch Dr. Seuss House. Was mit einer zweistöckigen BlockhĂŒtte auf einer Lichtung begann, stapelte sich StĂŒck fĂŒr StĂŒck. Der inzwischen 56 m hohen Turm ist in der Wildnis von Alaska schon von Weitem sichtbar, gröĂtenteils mit Holz aus den umliegenden WĂ€ldern erbaut und mit 27 t Stahl verstĂ€rkt. Einige Stockwerke mussten am Boden zusammengesetzt und mit einem Kran auf den Turm gehoben werden. Goose Creek Tower ist ein Beispiel fĂŒr die Macht der Fantasie. Und dafĂŒr, dass manch einer fĂŒr eine gute Aussicht vor nichts zurĂŒckschreckt.