Vogelweh Elementary School Kaiserslautern
BAU
Factbox
Auftraggeber: Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung Rheinland-Pfalz LBB NL Trier
Auftragnehmer: ARGE Neubau VOES - BBGS GmbH, Mickan General-Baugesellschaft mbH & Co. KG und Steffensky & Ringle Bau GmbH
Auftragsart: Generalunternehmerin
Projektart: Hochbau . Ăffentliche Bauten
Leistungsumfang: Errichtung eines zweigeschossigen Schulkomplexes mit erhöhten Sicherheits- und Nachhaltigkeitsanforderungen
Auftragsvolumen: EUR 28,5 Mio.
Baubeginn: 09/2016
Bauende: 08/2019
Wegen des Schulbauprogrammes der US-StreitkrÀfte in Europa errichtete die PORR Tochter BBGS um EUR 28,5 Mio. die Vogelweh Elementary School in Kaiserslautern.
Beim Bau der Elementary School mussten sowohl US- als auch EU-Normen berĂŒcksichtigt werden. Zudem waren neben hoher FlexibilitĂ€t und Barrierefreiheit erhöhte Anforderungen bei Sicherheit und Nachhaltigkeit zu erfĂŒllen.
Die Vogelweh Elementary School wurde von einer ARGE unter der technischen Projektleitung der PORR Tochter BBGS auf einem 52.000 mÂČ groĂen GrundstĂŒck innerhalb der US-Liegenschaft Vogelweh Housing im SĂŒdwesten von Kaiserslautern errichtet. Die durchgĂ€ngig barrierefreie Schule wird kĂŒnftig 655 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler zwischen 2 und 12 Jahren beherbergen, davon ĂŒber 25 % mit BeeintrĂ€chtigungen. Das flexible GebĂ€udekonzept ermöglicht unterschiedliche Lernformen in verschieden groĂen Lerngruppen.
Die Vorbereitung
Im September 2016 begann die BBGS mit den Erdarbeiten. Im Zuge der GelĂ€ndemodellierung wurden insgesamt mehr als 200.000 Tonnen Erdreich bewegt. Davon wurden 124.000 Tonnen teilweise kontaminierte Erdmassen abtransportiert und entsorgt. 76.000 Tonnen wurden umgesetzt und fĂŒr die Neugestaltung des GelĂ€ndes verwendet.
Sicherheit und Nachhaltigkeit

Um die SchÀden bei einem potenziellen Angriff so gering wie möglich zu halten, stellt das US-MilitÀr an seine GebÀude hohe Sicherheitsanforderungen. Deshalb sind die GebÀudeteile im Wesentlichen monolithische Stahlbetonkonstruktionen. Glasfassaden und Fenster sind mit Stahlkonstruktionen verstÀrkt und haben eine 3-Scheiben-Sicherheits-Spezialverglasung. Alle DeckenabhÀngungen sind zusÀtzlich gesichert.
Da der Kunde grossen Wert auf Nachhaltigkeit legt, haben wir mit regionalen Baustoffen mit hohen Recyclinganteilen gearbeitet. So beinhaltet etwa der eingebaute Betonstahl ĂŒber 97 % Recyclingmaterial.
Oberbauleiter, BBGS

Neben der Sicherheit legt das US-MilitĂ€r auch groĂen Wert auf Nachhaltigkeit, sowohl in der Errichtung als auch im Betrieb von GebĂ€uden. Deshalb wurden hauptsĂ€chlich regionale Baustoffe mit einem hohen Anteil an Recyclingmaterial verarbeitet. So beinhaltet der eingebaute Betonstahl ĂŒber 97 % Altstoffe. Im AuĂenbereich und bei der Dacheindeckung wurden helle Materialien eingebaut, um eine hohe Reflexion der Sonneneinstrahlung zu erreichen.
Das OberflĂ€chenwasser wird in unterirdischen Pufferspeichern, so genannten Rigolen, gesammelt, um eine verzögerte Ableitung des Regenwassers zu ermöglichen und damit die Ăberflutung von NachbargrundstĂŒcken zu verhindern. Das Regenwasser der DĂ€cher wird in vier Zisternen zu je 5 mÂł gespeichert und zur BewĂ€sserung der GrĂŒnanlagen verwendet. Zudem unterstĂŒtzen GrĂŒndĂ€cher das Wassermanagement und tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei. FĂŒr das Projekt wird eine LEED-Zertifizierung in Silber angestrebt.
Das GebÀudekonzept
Das Herz der Anlage ist der âCommonsâ, ein groĂer Gemeinschaftsbereich in der Mitte des SchulgebĂ€udes. Er dient als eine Art Hub, von dem alle wesentlichen GebĂ€udeteile erschlossen werden. An der Nordostseite des GebĂ€udes befindet sich der Haupteingang, wo auch die Zutrittskontrollen durchgefĂŒhrt werden. Flankiert wird der Haupteingang vom Verwaltungsbereich und dem Informationszentrum. Die groĂzĂŒgig verglaste Nordwestfassade der Commons-Halle öffnet den Innenbereich der Schule nach auĂen und ermöglicht den Zugang zu einem amphitheaterartigen "grĂŒnen Klassenzimmer" im AuĂenbereich.
Ein in dieser Glasfassade integrierter Windfang bei der Pausenhalle kann bei auĂerschulischen Veranstaltungen auch als direkter Nebeneingang in den Commonsbereich genutzt werden.
Die Schalungsarbeiten fĂŒr den gebogenen BĂŒhnenturm im Gemeinschaftsbereich verlangten grosses handwerkliches Geschick.
Oberbauleiter, BBGS

Auch die NebengebĂ€ude am Campus, die âNeighborhoodsâ, sind Ă€hnlich aufgebaut wie das HauptgebĂ€ude. Die einzelnen Lernstudios gruppieren sich um einen Gemeinschafts- und ErschlieĂungsbereich, der als multifunktionale FlĂ€che dient. Durch die offene und flexible Bauweise und die eingesetzten mobilen TrennwĂ€nde lassen sich die Lernstudios beliebig in den Hub hinein erweitern. ZusĂ€tzlich gibt es auch Gruppen- und EinzelrĂ€ume. Kunst- und MusikrĂ€ume sind jeweils in einem eigenen Trakt mit einer Verbindung zum AuĂenraum angelegt. FĂŒr den Sportunterricht steht eine groĂe Turnhalle mit Spielfeldmarkierungen fĂŒr diverse Sportarten zur VerfĂŒgung. FĂŒr das leibliche Wohl der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sorgt eine GroĂkĂŒche nach US-Hygienestandard.
In den Ausbaugewerken wurden sogenannte âlearning toolsâ integriert. Als Intarsien sind in den Bodenbelag der Hubs Erdteilkarten, im Commonsbereich eine Weltkarte integriert. Treppenstufen sind mit Zahlen gekennzeichnet und im Musikraum sind die Noten zur US-Nationalhymne eingelassen. Als weiteres learning tool wurden einzelne Deckenpaneele in Acrylglas ausgefĂŒhrt, um das Innenleben des Deckenhohlraumes zu veranschaulichen.
Bauliche Herausforderung

Ein Highlight aus baulicher Sicht ist der in den Gemeinschaftsbereich integrierte BĂŒhnenturm. Vor allem die Schalungsarbeiten fĂŒr den gebogenen Turm mit einer abgeschrĂ€gten, oberen Kante verlangten groĂes handwerkliches Geschick. Die Verkleidung der Innen- und AuĂenfassade erfolgte mit Ton-Ziegeln. Da die Anordnung an der Rundung in Deutschland einmalig ist, war hierfĂŒr eine spezielle Einzelfall-Zulassung erforderlich.
Fazit
In rund drei Jahren Bauzeit hat eine ARGE unter der technischen Leitung der PORR Tochter BBGS einen Schulkomplex mit einer BruttogeschossflĂ€che von 15.500 mÂČ errichtet. DafĂŒr wurden mehr als 160 Tonnen Stahl, fast 10.000 mÂł Beton und rund 1.300 Tonnen Betonstahl verbaut.
Technische Daten
- GrundstĂŒcksflĂ€che
52.000 mÂČ
- Erdreich umgesetzt
75.000 t
- Erdreich abgefahren
124.000 t
- StellplÀtze
161
- Asphalt-Fahrbahn
2.580 mÂČ
- Beton-Fahrbahn
3.200 mÂČ
- Betonpflaster
4.300 mÂČ
- Sportfeld
540 mÂČ
- Schulgarten
150 mÂČ
- BruttogeschossflÀche
15.500 mÂČ
- Verbauter Stahl Tragwerk
165,5 t
- Verbauter Beton (GebÀude)
9.846 mÂł
- Verbauter Betonstahl (GebÀude)
1.285 t